Komm’ wir machen eine Schneeballschlacht

Was gibt es schöneres im Winter als sich dick anzuziehen und im Schnee herumzutoben? Auch die zünftige Schneeballschlacht ist trotz Internet und Smartphone noch immer sehr beliebt. Aber was ist eigentlich, wenn jemand durch einen Schneeball verletzt wird?

Zunächst müssen wir da zwei Rechtsbegriffe erklären, nämlich Vorsatz und Fahrlässigkeit. Denn prinzipiell gilt: Wer seinen „Gegner“ bei einer Schneeballschlacht verletzt, muss für den Schaden aufkommen. Aber nur dann, wenn von vorsätzlichem Handeln auszugehen ist.

Vorsatz

Von Vorsatz spricht man, wenn der Werfer sein „Opfer“ verletzen will, er z. B. mit einem gefrorenen Schneeball ganz bewusst auf das Auge seines „Gegners“ zielt, oder einen kleinen Stein in den Schneeball gedrückt hat.

Fahrlässigkeit

Fahrlässigkeit dagegen ist das Außerachtlassen der erforderlichen Sorgfalt. Was heißt das denn nun? Um bei unserem Beispiel oben zu bleiben, könnten wir das ungefähr so ausdrücken. Wenn der Werfer weiß, dass sein Schneeball hart gefroren ist und dennoch – ohne bewusst zu zielen – wirft und dann auch noch unglücklich trifft, so spricht man von Fahrlässigkeit. Ganz einfach deshalb, weil man das Risiko in Kauf nimmt, einen anderen zu verletzen.

Schneeballschlacht in der Schule?

Ganz schwieriges Thema. Denn meistens ist das Werfen von Schneebällen auf dem Schulhof verboten. Ich selbst habe deswegen früher sogar einmal einen Verweis bekommen. Aber wir wissen auch: Geworfen wird trotzdem. Bei Schneeballschlachten auf dem Schulhof gibt es eine Besonderheit. Denn hier muss die gesetzliche Unfallversicherung für Verletzungen aufkommen, die im Eifer des Gefechts entstehen. Natürlich auch nur dann, wenn der Werfer nicht vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat. Das gilt sogar noch für die Bushaltestelle.

Deutschlands oberstes Gericht zur Schneeballschlacht in der Schule

Das oberste Gericht in Deutschland ist der Bundesgerichtshof, der BGH abgekürzt wird. Dieses Gericht hatte es mit zwei Schülern zu tun, die sich an einer Bushaltestelle – 100 Meter von der Schule entfernt – eine Schneeballschlacht lieferten. Einer der zwei wurde unglücklicher Weise am Auge verletzt. Die Unfallversicherung des „Gegners“ hat zwar bezahlt, wollte aber dann den Werfer in Regress nehmen. Das bedeutet, das Geld von ihm zurück haben. Das geht aber nicht, sagte der BGH. Die Verletzung sei durch den schulischen Kontakt entstanden. Und die Anspannung durch den Schulbesuch endet nicht mit dem Verlassen des Schulgeländes. Wer das Urteil einmal lesen möchte (was aber wegen der seltsamen Sprache gar nicht so einfach ist) der klickt einfach HIER.

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