Hartz IV für Kinder

Kind alleine auf Weg

Bei uns in Deutschland gibt es auch für Kinder das sogenannte Hartz-IV-Geld. Also eine staatliche Unterstützung für das Kind oder für die Eltern, die kein Geld oder nicht genug Geld verdienen, um das Leben der Familie sichern zu können. Dabei wird unterschieden zwischen:

  • Kindern bis zum dritten Lebensjahr und
  • Kindern bis zum 25. Lebensjahr.

KINDER BIS ZUM DRITTEN LEBENSJAHR

happy child holding flower looks at pregnant mother isolated

Bedarf für Schwangere

Für die „Kleinen“ fängt diese finanzielle Unterstützung schon an, bevor sie auf die Welt kommen. Schon die schwangere Mutter hat im Sozialgesetzbuch II (SGB II) besondere Rechte aber natürlich auch Pflichten.

Die gesetzlichen Regelungen gleichen einem Dschungel von Paragrafen. In diesem Dschungel kennen sich spezialisierte Rechtsanwälte besonders gut aus; alle anderen können ihn zwar auch durchqueren, aber sie kennen eben nicht die besten Wege.

Wenn eine Frau Mutter wird und Hartz IV bezieht, dann hat sie in der Schwangerschaft sogenannte Mehrbedarfe. Von dem Geld, das sie sowieso bekommt, bekommt sie erst einmal prinzipiell 17 Prozent mehr. Dazu kommen aber auch noch andere Ansprüche, wie z. B. die Erstausstattung für ihre Schwangerschaftsbekleidung. Kurz vor der Geburt kann die schwangere Frau dann auch eine Erstausstattung für das Baby bekommen. Ganz einfach ausgedrückt gehört dazu alles, was für das Neugeborene nötig ist, die Mutter oder die Familie aber nicht hat, oder sich nicht selbst leisten kann.

Jedes Kind hat einen eigenen Anspruch auf diese Dinge; das bedeutet: Wenn die Frau Zwillinge oder Drillinge bekommt, haben auch die zwei, bzw. die drei Kinder das Recht auf diese benötigten Sachen.

Das alles geht natürlich nur, wenn man diese Mehrbedarfe rechtzeitig beantragt. Denn leider ist es so, dass die Verantwortlichen bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) nicht immer von sich aus erzählen, was es alles für Möglichkeiten gibt. Wer diese Sachen bekommen möchte, legt am besten die erste Seite des Mutterpasses vor und den voraussichtlichen Geburtstermin.

Unterhalt

Wenn eine Frau ein Kind bekommt, dann hat sie – so steht es im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) – Ansprüche gegenüber dem Leistungsträger (hier also der Bundesanstalt für Arbeit) und dem Kindsvater. Aber gerade wenn der Kindsvater nicht bekannt ist, oder nicht mit der kleinen Familie zusammenlebt oder zusammenleben will, bekommt die junge Mutter ein Geldproblem. Nun kommt das Jugendamt ins Spiel und bezahlt zunächst das Geld, das der Vater eigentlich zahlen müsste. Auch wenn die Mutter Hartz IV bekommt, muss sie zunächst diesen Unterhaltsvorschuss des Jugendamtes in Anspruch nehmen. Darauf hat auch das noch so kleinste Kind ein Recht.

Wohnung

In dem schon genannten SGB II steht, dass jede Person einen individuellen Anspruch auf Wohnraum hat. Das gilt auch für jedes Kind ab seiner Geburt. Das heißt nun nicht, dass ein Säugling eine eigene Wohnung haben darf; aber die Mutter hat nun Anspruch auf eine größere Wohnung. Wie groß diese Wohnung sein muss und sein darf, regelt jedes Bundesland in Deutschland selbst. Für die Mutter heißt das aber: Wenn die Wohnung nicht groß genug ist, darf sie umziehen und bekommt den Umzug auch bezahlt.

Elternzeit

Deine Eltern haben einen Anspruch auf Elternzeit. Wenn die Eltern arbeitslos sind, haben sie diesen Anspruch nicht. Wenn sie arbeiten, dann können sie bis zum dritten Lebensjahres des Kindes Elternzeit nehmen. Wer arbeitslos ist, dann aber eine Arbeit findet, der kann theoretisch auch diesen Anspruch geltend machen. Aber solange das Kind nicht älter als drei Jahre ist, kann die Mutter oder auch der Vater (wenn er bei der Familie wohnt) jedes Jobangebot und jede Eingliederungsmaßnahme des Arbeitsamts ablehnen. Dafür darf das Amt auch keine Sanktionen aussprechen. Ob der Vater oder die Mutter das tun, spielt keine Rolle. Das können die Eltern selbst entscheiden. Wer Elternzeit nimmt, braucht demnach den Weisungen des Jobcenters nicht zu folgen.

Das Mutterschaftsgeld

Das Mutterschaftsgeld wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Die Schutzfrist reicht von 6 Wochen vor der Geburt bis 8 Wochen danach. Dieses Geld wird aber auf das Elterngeld angerechnet und zwar in voller Höhe. Wenn die Mutter Hartz IV bezieht, so wird dieses Geld, das die Krankenkasse zahlt, als „sonstiges Einkommen“ angerechnet.

 

KINDER AB DEM DRITTEN LEBENSJAHR

Kind-Hartz 4

Wenn ein Kind drei Jahre alt geworden ist, dann müssen die Eltern alles Mögliche unternehmen, dass das Kind durch Dritte, z. B. die Großeltern betreut wird. Wenn dadurch Kosten entstehen, werden die unter Umständen vom Jugendamt übernommen. Ist diese Betreuung durch Dritte nicht möglich, ist die betreuende Person weiterhin von Vermittlungen des Arbeitsamts freigestellt. Dazu muss man nachweisen, dass eine Betreuung des Kindes während eines Jobs oder einer Maßnahme nicht durch Dritte oder den anderen Elternteil gewährleistet ist. Das kann auch der Fall sein, wenn das Kind verhaltensauffällig oder in einer anderen Art und Weise krank ist.

Wenn das Kind älter ist und durch Kindergeld, Unterhalt oder Wohngeld seinen Bedarf decken kann …

Wenn die Kinder alleine und nicht mehr mit einem volljährigen Hilfebedürftigen in einer Bedarfsgemeinschaft leben, haben sie Anspruch auf einen Freibetrag von 30 Euro ihres Einkommens. Diese 30 Euro werden wiederum beim Hartz-IV-Kindergeldübertrag berücksichtigt, also weniger gezahlt. Das liegt daran, dass das Kindergeld für den Kindergeld-Berechtigten eine Art Einkommen darstellt und im ALG II wegen der Zweckbestimmung dem Kind zugeordnet ist.